Vestibular- und Schwindeltherapie


Diese Ther­a­pie ist eine spezielle Form der Phys­io­ther­a­pie, die auf die Behand­lung von Gle­ichgewichtsstörun­gen, Schwindel und Störun­gen des Gle­ichgewicht­sor­gans (Vestibu­larap­pa­rat) im Innenohr abzielt. Sie kom­biniert Kopf‑, Augen- und Kör­per­be­we­gun­gen, um das zen­trale Ner­ven­sys­tem dabei zu unter­stützen, sich an eine gestörte vestibuläre Funk­tion anzu­passen und den Gle­ichgewichtssinn zu verbessern.

Indika­tio­nen:
• Lagerungsschwindel/ Drehschwindel 
• Phasen­weise Schwinde­lan­fälle
• Nach Oper­a­tio­nen oder Trau­ma­ta des Innenohrs 
• Schla­gan­fälle
• Schädel-Hirn-Trau­ma
• Alters­be­d­ingter Schwindel
• Gle­ichgewichtsstörun­gen


Wie wirkt sie?

Die Wirkung beruht auf dem Anpas­sungs- und Kom­pen­sa­tion­s­mech­a­nis­mus des Gehirns. Durch gezieltes Train­ing wer­den drei Prozesse gefördert:

  1. Sub­sti­tu­tion: Andere Sinne (z.B. visuelle oder sen­sorische Reize) übernehmen teil­weise die Funk­tion des gestörten Vestibu­larsys­tems, z.B. Train­ing von Gle­ichgewicht und Kör­per­wahrnehmung auf insta­bilen Unter­grün­den mit offe­nen oder geschlosse­nen Augen.
  2. Adap­ta­tion: Das Gehirn lernt fehler­hafte oder verän­derte Sig­nale aus dem Gle­ichgewicht­sor­gan neu zu inter­pretieren, z.B. Übun­gen zur Blick­sta­bil­isierung.
  3. Habit­u­a­tion: Wieder­holte Kon­fronta­tion mit schwinde­laus­lösenden Bewe­gun­gen reduziert die Empfind­lichkeit gegenüber diesen Reizen, z.B. Kopf- und Lagerungs­be­we­gun­gen.